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Patchworking- der neue Begriff
Die heutige Arbeitswelt prägt Begriffe wie Flexibilität und Mobilität immer stärker. Von den Arbeitnehmern wird in immer größerem Maße erwartet, dass diese örtlich und zeitlich ständig mehr bereit sind zu wechseln. Und dies nimmt unterschiedliche Formen an. Immer mehr Erwerbstätige arbeiten entweder in mehreren Jobs nebeneinander oder wechseln ihre Jobs hintereinander in kürzeren Abständen. dafür gibt es einen neuen Begriff: "Patchworking". Genau so vielfältig können die Gründe hierfür sein. Leider haben sich nur wenige Studien mit diesem Phänomen auseinandergesetzt. Eine dieser Untersuchungen stammt von Sabine Reader, Universität Oslo, und ihren Schweizer Kollegen. Sie haben sich mit dem Thema beschäftigt, ob es verschiedene Typen von Patchworkern gibt und wodurch diese gekennzeichnet sind. Die Forscher befragten 150 Patchworker in der Schweiz nach den Gründen für ihre Arbeitsverhältnisse und baten sie zudem um Auskunft über die Rahmenbedingungen der Jobs, um das Ausmaß an Selbstbestimmung in ihrer Arbeit einschätzen zu können.
Es fanden sich drei Typen von Patchworkern:
- Die zufriedenen Teilselbständigen zeichneten sich vor allem durch ein hohes Maß an erlebter Autonomie wie auch durch Zufriedenheit mit der Gestaltung ihres Arbeitsalltages aus; sie waren häufig selbständig und arbeiteten zusätzlich in einer befristeten Anstellung.
- Die zweite Gruppe der Selbstverwirklicher gab vorangig nichtmaterielle Grüne als Motiv an, so etwa die Möglichkeit, durch verschiedene Jobs unterschiedliche Interessen befriedigen zu können.
- Der unfreiwillige Patchworker schließlich - häufig in zwei befristeten Anstellungen tätig -waren eher unzufrieden mit ihrer Jobsituation und würden diese gern anders gestalten. Bei ihnen waren finanzielle Motive ausschlaggebend.
Diese drei Typen unterschieden sich weder in ihrem Selbstwertgefühl noch im Ausmaß arbeitsbedingter Erschöpfung. Diese Erkenntnis kann, so die Studienautoren, für Arbeitgeber durchaus interessant sein, denn Patchworker haben offenbar ein geringes Risiko für Burn-out und bringen Wissen und Erfahrungen aus anderen Arbeitsbereichen ein.
(S.Reader u.a.: Clusteranalytische Bestimmung von Patchworktypen sowie deren quantitative und qualitative Validierung. Zeitschrift für arbeits- und Organisationspsychologie, 53, 2009, 131-141)
Veröffentlicht am: 03.06.2011